Allgemein Gemeinderat Barleben

Rundumbetreuung der Wirtschaft – dreifach

Es ist ja kein Geheimnis, dass sich Unternehmen gern dort ansiedeln, wo es für sie die besten Standortbedingungen gibt. Dazu gehören die Verkehrsinfrastruktur, günstige Grundstückspreise, eine hohe Zahl potentieller Kunden, moderate Gewerbesteuerhebesätze, schnelles Internet und einiges mehr.
Nun haben wir im Bereich der Gemeinde Barleben solche guten Standortbedingungen. Die Autobahnen A2 und A14 liegen nah, die Grundstückspreise sind um einiges günstiger als z.B. in der benachbarten Landeshauptstadt. Magdeburg, aber selbst die Großräume Braunschweig, Hannover, Halle (Saale) und Berlin können zu den potentiellen Kundeneinzugsgebieten gezählt werden. Und der Gewerbesteuerhebesatz der Gemeinde Barleben zählt mit 299 % zu den Kleinsten, womit ja die Gemeinde auch gern auf LKW’s wirbt. Per se also hervorragende Voraussetzungen für die Wirtschaft, den Standort Barleben zu wählen.
Natürlich muss man trotz solcher guter Bedingungen stets die Werbetrommel rühren und durch eine gute Betreuung die Ansiedlung erleichtern und angesiedelte Unternehmen zum Bleiben animieren.
Und hier liegt die Krux. In der Gemarkung Barleben haben wir Gewerbeflächen, ausgewiesen einerseits von der Gemeinde und andererseits des Technologieparks Ostfalen (TPO). Dazu kommt noch der Gebäudekomplex des Innovations- und Gründerzentrums Magdeburg (IGZ). Ich nenne sie mal im weiteren Text Partner.
Jeder dieser Partner wirbt für sich auf der jeweils eigenen Homepage. Jeder dieser Partner hat eine eigene Geschäftsstelle, in Barleben Unternehmerbüro genannt, mit jeweils eigenem Personal, eigenen Büros, Ausstattungen und Aufsichtsgremien. Auf den Internetseiten aller drei Partner sind als Geschäftsfelder vielfach jeweils deckungsgleiche Aufgaben aufgeführt. An der Finanzierung von IGZ und TPO mit ihren jeweiligen Geschäftsstellen ist die Gemeinde Barleben mit unterschiedlichen Anteilen über Umlagen beteiligt, das Unternehmerbüro trägt sie allein.
Solange sich die Gemeinde Barleben in einer sehr guten finanziellen Situation befand, gab es in der Vergangenheit wenig Grund, über die Sinnhaftigkeit eines solchen Dreiergestirns nachzudenken. IGZ und TPO existierten ja schon immer parallel nebeneinander und als dann noch 2007 das Unternehmerbüro dazukam, wurde das ja sicher auch noch als notwendig erachtet.
Allerdings hat sich die finanzielle Lage Barlebens radikal zum Schlechten verändert und eigentlich sollte vor Erhöhungen auf der Einnahmeseite (Steuern, Benutzungsgebühren) der Schwerpunkt auf der Reduzierung der Ausgaben liegen. Dazu gehört nun einmal alles auf den Prüfstand. Seitens der Gemeindeverwaltung wurden auch Vorschläge unterbreitet, wo man in den nächsten Jahren Einsparpotential sieht. Allerdings ist man von einer echten Haushaltskonsolidierung noch weit entfernt, solange man selbst mit den unterbreiteten Vorschlägen noch Millionen-Defizite für die Zukunft ausweisen muss. Dafür wurden aber rückwirkend schon mal die KiTa-Gebühren, die Grund- und Hundesteuern sowie die Benutzungsgebühren für die öffentlichen Einrichtungen erhöht.
Es wäre also an der Zeit, die kostenträchtige Dreifachbetreuung für (potentiell) ansiedlungswillige und die schon angesiedelten Unternehmen zu beenden, Kräfte zu bündeln und mit einer Geschäftsstelle oder einem Unternehmerbüro immer noch einen Ansprechpartner für die Wirtschaft vorzuhalten. Nur am Rande bemerkt, macht das anderswo oft der Bürgermeister selbst und alles läuft über die ganz normale Gemeindeverwaltung.
Natürlich muss man sich für eine Zusammenlegung auch mit den anderen Gesellschaftern von IGZ und TPO dazu in Verbindung setzen und darüber reden. Aber mit denen ist man ja eigentlich sowieso immer in Kontakt.
Bisher gibt es allerdings von der Gemeindeverwaltung nur die Parole, am eigenen Unternehmerbüro festhalten zu wollen. Da wird man als Bürger künftig also eher mit weiteren Erhöhungen auf der Einnahmeseite rechnen müssen.

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