Allgemein Kommunalpolitik

Schulessen aus dem Kunststoffbeutel?

Die Verwaltung der Gemeinde Barleben plant derzeit, die alte Apotheke an der Mittellandhalle für ca. 1,2 Millionen Euro zu einer Küche umzubauen. In dieser Küche sollen dann die Essen für die Kinder der Kindertagesstätten und Schulen der Gemeinden Barleben und Niedere Börde zubereitet werden. Außerdem sollen die Speisen an die Senioren der Gemeinden und Unternehmen in der Umgebung ausgegeben werden.

Derzeit werden die Schulen und Kindergärten noch von zwei externen Caterer versorgt. Laut Gemeinde bestehen aber dabei Probleme wie kaltes Essen durch zu frühes Anliefern und mindere Qualität durch industrielle Produktion. Dies soll sich aber mit dem Küchenneubau ändern. Die Gemeindeverantwortlichen sprechen vollmundig von einer gesunden vollwertigen Ernährung, die diese teure Küche möglich machen soll. Das ist aber nicht der Fall!

Alte Apotheke, Barleben CC BY-NC-SA Thomas Pfeffer
Alte Apotheke, Barleben

Gesundes, vollwertiges Essen aus industrieller Produktion?

In dieser Küche sollen Essen zubereitet, in Kunststoffbeutel portioniert und anschließend gekühlt gelagert werden. Nach dieser Zubereitung kann man die Speisen 21 Tage lang lagern um sie dann anschließend aufzuwärmen und unseren Kindern vor zusetzen. Durch dieses sog. Cook&Chill-Verfahren wird diese lange Haltbarkeit erreicht. Allerdings hat das so zubereitete Essen nichts mehr mit einer Vollwertkost zu tun. Und trotzdem wird es derzeit von der Gemeinde als vollwertige Nahrung propagiert. Zudem besteht nach so einer langen Lagerung kaum ein Unterschied zur industriellen Produktion.

Nachteile des Cook&Chill-Verfahren

Selbst das von der Gemeinde veröffentlichte Gutachten weist auf die Nachteile dieser Art von Zubereitung hin:

  • Höhere Preise der Speisen von ca. einem Euro pro Essen. Daraus resultiert eine jährliche Mehrbelastung für die Eltern von über 250€ pro Kind.
  • Die Speisenplangestaltung ist teilweise eingeschränkt. Kurz gebratene, frittierte sowie panierte Lebensmittel lassen sich nicht als Cook & Chill-Produkte herstellen.
  • Stärkehaltige Speisen sind eher ungünstig für das Cook&Chill-Verfahren. Stärke ist in vielen Lebensmitteln, wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis, enthalten. Die bei Kindern all so beliebten Mittagessen wie Nudeln mit Tomatensoße, können dann nicht mehr angeboten werden.
  • Um die mindere Qualität bei den „Cook & Chill“ Speisen auszugleichen, müssen sie mit frischen Salaten und Desserts kombiniert werden. Nur so können sie an die Qualität der frischen Zubereitung heran kommen.
  • Die Zusatzkosten für die Zubereitung von frischen Salaten und Desserts sind in dem Gutachten nicht berücksichtigt. Eine Kostenfalle, die man zusätzlich beachten muss.
  • Nur unter den besten Bedingungen, kann eine annähernd so wertvolle Ernährung angeboten werden, wie es mit einer frischen Zubereitung möglich ist. Dazu ist dann aber ein viel höherer Aufwand notwendig.

Höhere Kosten für mindere Qualität

Mit dem geplanten Cook&Chill-Verfahren werden also die Kinder und Senioren qualitativ schlechter versorgt, als mit frisch zubereiteten Speisen. Zudem kommt eine Preiserhöhung. Diese soll zwar von der Gemeinde subventioniert werden, was aber nicht bedeutet, das wir, die Steuerzahler, nicht belastet werden. Schließlich muss ja das Geld dafür irgendwo her kommen.
Warum wird nicht versucht, unseren Kindern frisch zubereitete, qualitativ hochwertige Lebensmittel anzubieten? Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, wo Stress, Leistungsdruck und ungesunde Umwelteinflüsse das Immunsystem tagtäglich angreifen, sind gesunde, abwechslungsreiche Mahlzeiten enorm wichtig. Nur so können sich unsere Kindern positiv entwickeln und die Senioren auch im Alter lange gesund bleiben.
Der Barleber LIBa Verein hatte bereits eine Vollwertküche für Schulen angeboten. Doch dies wurde seitens der Gemeinde hintertrieben. So musste leider der Verein die Küche räumen und die Kinder der Gemeinde auf industrielle Ernährung zurückgreifen.
Wir PIRATEN fordern deshalb, von dem Vorhaben „Cook&Chill“ abzusehen! Wir fordern eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung in den gemeindeeigenen Einrichtungen, die dann auch tatsächlich vollwertig ist.

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