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Emotionsgeladene Ortschaftsratsitzung in Ebendorf

Anlässlich der Schließungsanordnung des Bürgermeisters der Gemeinde Barleben für das Hauptgebäude der KiTa Ebendorf setzte der Ebendorfer Ortsbürgermeister, Manfred Behrens, eine Sondersitzung des Ortschaftsrates für den 16.04.2015 an. Vorgeschaltet war eine Vor-Ort-Besichtigung des Gebäudes. Sehr viele Eltern nutzten sowohl beim Vor-Ort-Termin als auch bei der anschließenden Sitzung die Gelegenheit, um nähere Informationen zur Gefahrenlage (Mineralfasern) und zur Zukunft der Einrichtung zu bekommen. Trotz des verständlichen Ärgers der Eltern über die Mehrbelastungen für Kinder, Eltern und Erzieherinnen war es eine sachliche Atmosphäre, in der die Mitarbeiterinnen von Gemeinde- und Landkreisverwaltung Fragen beantworteten und versuchten fachliche Erläuterungen zu geben.

Kein Verständnis wurde dagegen für das wiederholte Fehlen des Bürgermeisters, Franz-Ulrich Keindorff (FDP), aufgebracht. Schon bei der Sitzung des Elternkuratoriums am 13.04. ließ er sich vertreten und so auch bei der Ortschaftsratssitzung. Gerade in dieser angespannten Situation hätten sich alle Beteiligten ein klares persönliches Bekenntnis der Verwaltungsspitze gegenüber den Eltern zur Einrichtung in Ebendorf gewünscht. Auch ein Zeitplan für die nächsten Etappen wäre wünschenswert gewesen. Statt dessen untersagte der Bürgermeister offenbar sogar die Teilnahme einer Protokollantin aus der Verwaltung an der Ortschaftsratssitzung, so dass letztlich eine Ortschaftsrätin die Anfertigung der Niederschrift übernehmen musste.

Ebenso fragt sich, weshalb der Bürgermeister die Ergebnisse des Gutachtens zur Schadstoffbelastung als vertraulich einstuft, obwohl z.B. die Vertreterin des Gesundheitsamtes des Landkreises kein Problem mit einer Veröffentlichung des Gutachtens hat. Dies gilt umso mehr, da ja gerade dieses Gutachten Auslöser aller Maßnahmen ist, die wiederum die Öffentlichkeit direkt zu spüren bekommt. Mit einer Veröffentlichung könnte sich jeder selbst ein Bild machen, wie hoch die Gefährdung für die Kinder und Erzieherinnen tatsächlich ist.

Auch wenn der Ortschaftsrat sich wiederholt einstimmig für einen sofortigen Neubau einer KiTa in Ebendorf aussprach, ist leider derzeit nicht absehbar, wann dieser realisiert werden kann. Durch die desaströse Finanzlage der Kommune ist man auf Fördermittel angewiesen. Ob und wann diese fließen könnten und in welcher Höhe ist ebenso unklar. Und es wäre auch möglich, dass für die beabsichtigten Investitionen in die Einrichtungen der Ortschaften Meitzendorf und Barleben beispielsweise Förderung kommt, für Ebendorf dagegen nicht.

Alles in allem ist die Öffentlichkeitsarbeit des Bürgermeisters zum Thema nicht befriedigend. Nur darauf hinzuweisen, dass ja ein Neubau schon längst hätte stehen können und die Verantwortung für die damalige Sanierung auf die seinerzeit noch selbständige Gemeinde Ebendorf abwälzen zu wollen, reicht eben nicht. Letzteres ist schon deshalb albern, da die damalige Gemeinde Ebendorf kein eigenes Verwaltungspersonal hatte. Als Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mittelland (Sitz in Barleben) musste sie sich darauf verlassen, fachlich von dort ordentlich betreut zu werden. Und Mitarbeiter des heutigen Bauamtes waren auch schon seinerzeit dort beschäftigt! Also fällt ein von vielen unterschwellig empfundener Vorwurf zu Baumängeln, welcher Art auch immer, sogar auf die eigene Verwaltung zurück.

Zu wünschen wäre ein regelmäßiger persönlicher Dialog des Bürgermeisters mit Eltern und Erzieherinnen. Sicher mag es fachlich kompetente Mitarbeiter in der Verwaltung geben, aber es wird nun einmal von den Menschen anders empfunden, wenn sich auch die politische Spitze entsprechend engagiert. Die Menschen fühlen sich dann anders ernst genommen.

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