Allgemein Umweltpolitik

Mit Hochdruck gegen unsere Umwelt

Fracking
Hydraulic Fracturing, ist eine Methode der geologischen Tiefbohrtechnik, bei der durch Einpressen einer Flüssigkeit in eine durch Bohrung erreichte Erdkrustenschicht dort Risse erzeugt und stabilisiert werden. Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird.*
In einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes wird zwar vor Risiken und Gefahren, ohne sie näher zu beschreiben, gewarnt, trotzdem wurde in Sachsen Anhalt der Firma BNK Petroleum Inc. die Aufsuchungserlaubnis für das Aufsuchungsfeld „Harz-Börde“ erteilt, ohne die Einbeziehung der Bürger[1]
Nicht nur das die Natur in erheblichen Maße zerstört wird, warnen viele Ärzte vor dieser Methode da bei dieser Methode hochtoxische Chemikalien eingesetzt werden. Die eingesetzt Flüssigkeit enthält u.a. krebserregende, hormonverändernde und stark wassergefährdendeToxine:
– Tetramethylammoniumchlorid ist laut dem entsprechenden Sicherheitsdatenblatt in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft, gilt als schwach wassergefährdend, soll jedoch nicht ins Grundwasser, in Gewässer oder in die Kanalisation gelangen, auch nicht in kleinen Mengen. Dennoch kommen pro Fracking-Vorgang ca. 19.000 Tonnen Tetramethylammoniumchlorid zum Einsatz.

– Octylphenol ist ein toxischer, persistenter Stoff, der als Phenolharz zur Herstellung von Reifengummi, Druckfarben etc. verwendet wird und in der sog. Wasserrahmenrichtlinie als prioritär eingestuft wird. Das bedeutet, Octylphenol ist wassertoxisch und gehört in die Wassergefährdungsklasse 2. Derzeit macht man sich Gedanken über eine mögliche Umweltverschmutzung mit Octylphenol u. a. über den Reifenabrieb und schlägt Emissionsminderungsmaßnahmen vor, um den Stoff weitgehend aus unserer Umwelt fernzuhalten. Pro Fracking-Vorgang werden ca. 9,5 Tonnen dieses Stoffes eingesetzt.

– Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone gehören der höchstmöglichen Wassergefährdungsklasse an, nämlich 3 und sind somit stark wassergefährdend. Isothiazolinone werden als Konservierungsstoffe in Reinigungsmitteln, Klebstoffen, Farben etc. eingesetzt, da sie Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) töten. Beim Menschen führen sie häufig zu einer Kontaktallergie, weshalb sie inzwischen kaum mehr in Körperflegeprodukten eingesetzt werden. Pro Fracking-Vorgang gelangen 680 Kilogramm dieser hoch wassergefährdenden Stoffe in die Umwelt.
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Da das Gefahrenpotential beim Fracking nicht übersehbar ist, sollten bis zur Vorlage einer unabhängigen, wissenschaftlichen Studie, die dieses genau beschreibt und die Möglichkeiten aufzeigt mögliche Gefahren zu vermeiden, auch das Aufsuchungsverfahren gestoppt werden.
Quelle
*Wikipedia

Übrigens:
In Sachsen-Anhalt sind Probebohrung bereits genehmigt und vor allen Dingen auch im Trinkwasserschutzgebiet Colbitzer Heide geplant.
Martin Otto

Nachtrag:
Inzwischen können wir einen „Teilerfolg“ verbuchen. Das Umweltbundesamt hat die Gefährlichkeit dieser Methode inzwischen auch erkannt und eine entsprechende, negative Empfehlung herausgegeben und in NRW wurden die Genehmigungen zu Probebohren widerufen. Das schaffen wir hier auch, wenn wir uns und unsere Kinder nicht vergiften wollen.

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